
Urban Voices #2 -Herkunft und kulturelle Verantwortung im Tanz
20.6.2026
18.00 - 22.00 Uhr
Junges Tanzhaus Berlin
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Über die Eventreihe Urban Voices
Urban Voices bringt 2026 Akteur*innen aus unterschiedlichen Berliner Tanzcommunities zusammen. Durch künstlerische Beiträge, interaktiven Austausch und Vernetzung fördert Urban Voices die Weiterentwicklung der lokalen Tanzszene.
Die Ergebnisse aus den jeweiligen Veranstaltungen werden in einem digitalen Urban Voices Archiv festgehalten und öffentlich zur Verfügung gestellt.
21.3.26 I Urban Voices 1
Machtstrukturen und Schutzräume im Tanz
20.6.26 I Urban Voices 2
Herkunft und kulturelle Verantwortung im Tanz
14.11.26 I Urban Voices 3
Körperliche Vielfalt im Tanz
Nächstes Event: Urban Voices 2
Viele traditionelle Tänze sind eng mit Geschichte, Spiritualität und Gemeinschaft verbunden und tragen Erfahrungen von Kolonialisierung, Unterdrückung und Widerstand. In globalen und kommerziellen Kontexten gehen diese Bedeutungen jedoch oft verloren – übrig bleibt eine ästhetische Form, losgelöst vom kulturellen Ursprung.Kritisiert wird nicht kultureller Austausch an sich, sondern bestehende Ungleichheiten. Während marginalisierte Communities für Ausdrucksformen diskriminiert werden, erfahren privilegierte Akteur*innen damit Anerkennung und Erfolg.
Ein respektvoller Umgang erfordert Wissen, die Einbindung authentischer Perspektiven sowie Sichtbarkeit und faire Beteiligung der Herkunftskulturen - individuell und strukturell.
Die Veranstaltung verbindet künstlerische Praxis mit Reflexion, Inputs und Diskussionen zu zentralen Fragen.
Schedule Urban Voices 2*
17:45 - 18:00 Open Doors
18:00 - 18:15 Anmeldung Workshops (keine nachträgliche Anmeldung möglich)
18:15 - 18:30 Impuls C. Joy Alpuerto Ritter
18:30 - 19:30 Workshops
19:30 - 19:45 Pause
19:45 - 20:45 Talk mit Felix Dompreh und Workshopleiter*innen
20:45 - 21:30 partizipativ-künstlerisches Format
21:30 - 22:00 DJ set von Femdelic
*Änderungen vorbehalten
MODERATION Thuy-Tien Nguyen
Thủy-Tiên wuchs mit vietnamesischen Tänzen auf, tanzte Múa Nón Lá, bewegte sich über 10 Jahre in den freien Theater- & Performance-Szenen in Deutschland & Việt Nam, und kombiniert Tanztheater, Schauspiel, Regie, Schreiben von Bühnentexten, Poetry & Karaoke-Songs mit analoger & digitaler Photographie. Neben der Leidenschaft vom Kunstmachen, begibt sich Thủy-Tiên seit Jahren in den Sidequests als diskriminierungskritisches Lektorat, Workshopleitung, Moderation & Community Space Organizer.

TALK Felix Dompreh
geboren in Accra (Ghana), arbeitet seit 2016 als Choreograf, Kurator, Tänzer und Dozent in Berlin. Er ist in traditionellem und zeitgenössischem afrikanischen Tanz sowie in Afro-Fusion, Hip-Hop und Neo-African Dance ausgebildet. Er war Stipendiat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und studierte im Masterstudiengang „Solo/Dance/Authorship“ am Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz (HZT) der Universität der Künste Berlin. Zudem besitzt er ein akademisches Zertifikat in Kunst- und Kulturmanagement der Leuphana Universität Lüneburg.
Felix hat zahlreiche Stipendien für Tanzresidenzprogramme erhalten, darunter für DanceWeb/ImPulsTanz in Wien und CIP/SIDance in Seoul (Südkorea). Er tanzte bei der Noyam Dance Company und der National Dance Company von Ghana. Darüber hinaus ist er Gründer und Leiter der Kuyum Arts Investigations Limited in Ghana. Sein Zertifikat und Diplom in traditionellem und zeitgenössischem afrikanischen Tanz erwarb er am Noyam African Dance Institute Ghana unter der Leitung von Prof. F-Nii Yartey. Im Jahr 2011 vertiefte er seine Tanzstudien an der École des Sables im Senegal unter der Leitung von Prof. Germaine Acogny.
Felix arbeitet als Dozent für verschiedene Afro-Klassen in Berlin, als Choreograf (Zagreb) sowie als Tänzer für das Theater o.N. und das Tanztangente Festival (Berlin). Derzeit ist er Kurator und künstlerischer Leiter der Kuyum Dance Plattform in Berlin.
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KEYNOTE C. Joy Alpuerto Ritter
Joy Alpuerto Ritter wurde als Kind philippinischer Immigranten in Los Angeles geboren und wuchs in Freiburg (Breisgau) auf. Als preisgekrönte Choreografin zeichnet sich das Schaffen von Joy Alpuerto Ritter durch die Verschmelzung verschiedener Bewegungssprachen aus: Ihre klassische Ausbildung in Ballett und zeitgenössischem Tanz trifft auf frühe Studien philippinischer und polynesischer Traditionstänze sowie auf ihr Engagement in der Berliner Hip-Hop- und Voguing Ballroom Szene. Mit einer tiefen Verbundenheit für die gemeinschaftlichen Aspekte des Tanzes bewegt sich Joy zwischen bühnenbasierten Produktionen und urbanen Tanzpraktiken und verbindet dabei unterschiedliche kulturelle Ästhetiken und choreografische Traditionen.

WORKSHOP Capoeira & Breaking mit Viola Luise Barner
Dieser Workshop zielt darauf ab, in einem kurzen „Cypher-Laboratory" einen urbanen, kulturell verwurzelten und durch Bewegung bereichernden Moment des Austauschs zu schaffen. Ausgehend von der Breaking- und Capoeira-Kultur werden wir uns gegenseitig in einer spielerischen, interaktiven Erfahrung im Rahmen des Kreisrituals herausfordern.
Das Wissen, die Erfahrungen und die kulturelle Weisheit, die wir gewinnen, stammen aus dem Leben. Durch Zuhören und Beobachten, Aufrufen und Antworten, Raum geben und nehmen, Schaffen und Teilen.
Viola Luise ist eine in Deutschland aufgewachsene Bewegungskünstlerin. Sie ist Mitglied des Kollektivs Gang Gangrena und der Gruppe Capoeira dos Arteiros. Mit einem Postgraduiertenstudium im Fach „Erweiterte Dramaturgie des Körpers und Volkswissen“ an der Bundesuniversität des Südens von Bahia bewegt sie sich zwischen Hip-Hop, Capoeira und Theater und beschäftigt sich dabei damit, wie sich soziale Codes und Verhaltensweisen verändern und sich in der Bewegung (Kultur) widerspiegeln.
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WORKSHOP Bharatanatyam mit Sri Lavanya Subramaniam
In ihrem Workshop widmet sich Lavanya dem Bharatanatyam zwischen Tradition, Globalisierung und kultureller Verantwortung. Anhand von Tanz, Erzählungen und Publikumsbeteiligung beleuchtet das Format die Devadasi-Wurzeln des Bharatanatyam, seine Neugestaltung im Kolonialzeitalter und durch die oberen Kasten sowie seine heutige Präsenz in globalen Aufführungsräumen. Das Publikum ist eingeladen, Bewegung, Rhythmus und Ausdruck zu verkörpern und dabei über kulturelle Sichtbarkeit, Aneignung und Eigentumsrechte nachzudenken.
Sri Lavanya Subramaniam ist eine in Berlin lebende Bharatanatyam-Künstlerin, Pädagogin und Kuratorin, die an der Schnittstelle von klassischem Tanz, Performance und kulturellem Diskurs arbeitet. Mit einer Bühnenpraxis, die sich über Europa, Asien und darüber hinaus erstreckt,
entwickelt sie partizipative Formate, die Performance, Lehre und kritischen
Dialog rund um Feminismus, Queerness und Tradition verbinden. Sie erhält aktuell das „Durchstarten“-Förderprogramm.
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WORKSHOP Hustle mit Ann Francis Ang und Amandip Singh
Das partizipative Workshop-Format nutzt Hustle als Beispiel, um soziale Dynamiken innerhalb von Club- und Tanzkulturen zu untersuchen. Ausgehend von der queeren Entstehungsgeschichte des Tanzes werden Themen wie Konsens, Rollenbilder, Körperkontakt, Safe/Braver Spaces und gegenseitige Aufmerksamkeit behandelt. Durch praktische Übungen werden theoretische Inhalte körperlich erfahrbar gemacht und mit Verhaltensformen aus weiteren Club- und Streetdance-Kulturen in Verbindung gesetzt.
Ann Francis Ang ist eine in Berlin lebende filipino-amerikanische Tänzerin, Choreografin und Pädagogin aus San Francisco.
Amandip Singh ist Tanzschaffender, Pädagoge und Veranstalter aus Essen mit langjähriger Erfahrung in afrodiasporischen Tanzkulturen wie Hip Hop, Hustle und
Club Styles.
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DJ SET Femdelic
Femdelic ist eine Berliner DJ mit Wurzeln in der Tanzszene und sozialer Praxis und verbindet ihre Erfahrungen mit einem feinen Gespür für Bewegung und Energie. In ihren Sets baut sie Brücken zwischen Zuhören, Tanzen, Sich-Verlieren sowie Einswerden und kreiert Räume, in denen alles ineinanderfließt - im Club, bei Battles oder im stillen Zuhören.

BEN-J
Mbegne Kassé alias Ben-J, ist seit seiner Kindheit im Senegal von der Hip Hop-Kultur fasziniert und begann ca. im Jahr 2000 Breaking zu trainieren. Er war lange Zeit Mitglied und später Leiter der Crew "Crazy Elements" und "Cie Kaddu". Im Laufe der Zeit beschäftigte er sich immer mehr mit anderen Stilen wie HipHop, House, Locking, Popping und tauchte mitunter ein in die Welt des Tanztheaters. Seit 2007 setzte er immer intensiver den Fokus auf traditional west african dances und leitet u.a. einen African (Afro) House Kurs in Berlin.

RECAP
Urban Voices #1 -Machtstrukturen und Schutzräume im Tanz
21.3.2026
Junges Tanzhaus Berlin
Die erste Ausgabe widmete sich den Themen Machtstrukturen und Schutzräume im Tanz. Mit der Veranstaltung wurde Wissen über bestehende Machtstrukturen und Gewaltformen innerhalb der Tanzszenen vermittelt und Erfahrungen von Akteur*innen gesammelt.
Zusätzlich wurden bereits erarbeitete Strategien zum Umgang und Bereitstellen von Schutzräumen beleuchtet und weiterentwickelt.
Ziel der Veranstaltung ist insbesondere die Stärkung von FLINTA*- und BIPoC-Personen sowie jungen Tanzschaffenden und die Entwicklung von Lösungsansätzen für die Umsetzung von sicheren Räumen in den Berliner Tanzszenen.
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VIDEO RECAP
Urban Voices 1 -Machtstrukturen und Schutzräume im Tanz
21.3.2026
Junges Tanzhaus Berlin
Fotos: Mayra Wallraff, Videos: Mayar Attia


Das Projekt wird gefördert
von der Senatsverwaltung
für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt




















